Port Augusta

Als ich in Port Augusta ankam war es bereits dunkel. Der Busfahrer hat mir geraten ein Taxi zu nehmen. Aber bis zu meinem Motel waren es gerade mal 100m. Ich ging auf mein Zimmer. Ein Einzelzimmer zum Jugenherbergspreis, aber ausgestattet mit Bad, Wasserkocher und Fernseher. Als mir die Schluessel uebergeben wurden, gab man mir den Rat das Motel nicht mehr zu verlassen, da nachts die Strassen nicht sicher waeren. Hatte ich aber sowieso nicht vor. Ich war totmuede und hatte einen riesen Hunger. Der Nachteil an einem Motel ist, das es keine Selbstversorgungskueche gibt und die Preise im Restaurant sehr teuer sind. Ich habe mir dann Noddles gemacht. Eine Art Suppennudeln, wo man nur heissen Wasser drauf giessen muss. Meine Brotdose wurde somit als Topf und Teller missbraucht. Und statt einem Loeffel wurde halt geschlurft. Der Abwasch war nur ein Ausspuelen im Waschbecken. Ein Backpackerleben halt.
Am naechsten Morgen lief ich wieder zur Greyhoundstation, um mein Gepaeck ein zu schliessen und ging dann zum Visitor Centre, um heraus zu finden was ich an meinem Tag in Port Augusta machen koenne. Dann schon wieder dieser Rat: Ich solle den Abend am bestens unter Leuten verbringen. "Carols bei Candlelight" waere eine gute Idee und anschliessend sollte ich mich mit dem Taxi zur Bahnstation fahren lassen und bloss nicht alleine gehe. Wie gefaehrlich ist diese Stadt eigentlich? Ich habe die Australier immer als sehr freundlich und hilfsbereit erlebt ... und jetzt diese Angstmacherei.
Dem Visitorcenter angeschlossen war ein Museum namens Wadlada auch Tunnel der Zeit genannt. Zu Beginn erfaehrt man, wie die gegend vor 15 Millionen Jahren ausgesehen hat, als alles mit Regenwaldpflanzen bedeckt war. Im Laufe der Zeit hat sich aber alles veraendert. Es wurde trockener und die Aboriginies haben die Wuestengegend bevoelkert. Am des Zeittunnels erfuhr man ueber die Pioniere, die mit Pferd und Kamel durch die Wueste zogen auf der Suche nach fruchtbaren Land. Darunter war auch Einer, der sich sicher war zum Meer auf der anderen Seite oder zumindest auf einen Fluss zu stossen, der auf der anderen Seite muendet. Er hat vergeblich ueber hunderte Kilometer ein Boot durch die Wueste gezogen.
Anschliessend bin ich nach Subway gelaufen, wo riesige Baguettes mit frischen Zutaten belegt werden. Normalerweise esse ich nur ein halbes, aber diesmal habe ich mir ein ganzes bestellt, weil ich mir die andere Haelfte fuer die Zugfahrt aufheben wollte.
Den Rest des Nachmittages wusste ich nicht recht was mit mir anzufangen. Es war Sonntag, die Geschaefte waren geschlossen, aber zum Glueck war die Buecherei geoeffnet. Ich habe Zeitschriften gelesen und mir so die Zeit vertrieben.

Abends bin ich dann zum Adventssingen gegangen und habe endlich mal australische Weihnachtslieder gehoert, oder besser gesagt Weihnachtslieder die umgedichtet wurden. Mehr oder weniger durch Zufall bin ich dann mit einer Familie vor mir ins Gespraech gekommen, die mir einen Platz auf ihrer Decke angeboten haben. Wie dem auch sei, nachdem Adventssingen ladete bei der Familie zu Hause und einer der Soehne fragte mich, wie lange ich bleibe. Die Mutter erklaerte mir es sie haeufig Gaeste aus anderen Laendern zu sich einlaedt und es meistens darauf hinaus laeuft, dass die fluechtigen Bekanntschaften eine Tage bleiben. Die Familie hat mir auch gleich ihren Anbau fuer solche Gelegenheiten gezeigt. So viel Nettigkeit ist fuer mich mal wieder nicht ganz nachvollziehbar. Ich meine welche deutsche baut einen extra Raum mit Bad an, fuer den Fall das man mal im Supermarkt oder im Cafe einen Auslaender trifft, den man zu sich einladen koenne.
Ich habe auch gleich mal nachgefragt, was es mit den Warnungen auf sich hat, die ich von allen Seiten hoere. Den ehrlich gesagt, wenn es keine Familie, sondern ein einzelner Mann gewesen waere, waere ich bestimmt nicht mitgefahren. Das Problem ist, dass es in Suedaustralien noch kein Verbot gibt Alkohol auf der Strasse zu trinken und sich nachts viele Betrunkene vorallem Aboriginies rumtreiben.
Jo, die Mutter war dann auch so nett und hat mich zum Zug gefahren und mit mir gewartet. Der Zug hatte aber Verspaetung. Ich Rede aber nicht von einer kleinen Verspaetung wie es auf deutschen Bahnhoefen der Fall ist. Andere Passagiere die oefters an die Westkueste fahren haben mir erzaehlt, dass sie oft zwischendurch nach Hause gefahren sind. Verspaetung von bis zu sieben Stunden waeren keine Seltenheit. Jo hat etwa eine Stunde mit mir gewartet als ich sie endlich uebereden konnte nach Hause zu fahren. Es war immerhin schon fast Mitternacht. Sie ist dann wiederwillig gegangen, aber nicht ohne mich mit einer Umarmung zu verabschieden und mir ihre Adresse und Telefonnummer in die Hand zu druecken, fuer den Fall, dass ich doch die Nacht bei ihnen verbringen wolle.
Nach insgesamt fast zwei Stunden warten (die Australier bezeichneten immer noch als kleine Verspaetung) konnte ich endlich in den Zug steigen.

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