Unsere Delfine in Koombana Bay
Weil ich meine freien Tage im Sueden in der Gegend um Margaret River verbracht, konnte ich natuerlich nicht im Delfinzentrum arbeiten. Meine Neugier war deshlab gross, als ich zurueck kam. Hatte Nicky bereits ihr Baby bekommen? Wie oft hat sich Jet in letzter Zeit blicken lassen? Sie war eine unserer Besucher in taeglich kam und auf einmal kam sie nur einmal in der Woche. Ich bekam eine knappe Antwort: "Nicky hat noch kein Baby, dafuer aber Jet und deshalb hat sie sich auch so lange nicht blicken lassen. Das alles sagt euch als Leser natuerlich wenig. Wie sollt ihr meine Freude und Neugier auch verstehen, wenn ihr noch nicht einmal die Namen und Charaktere der Delfine kennt die mir so ans Herz gewachsenen sind. Ihr sitzt ja auch im kalten Deutschland und steht nicht taeglich am Strand, wo euch Volunteere mit Informationen volllabern. Also hier eine kleine Info:
In der Koombana Bay leben etwa 60 Delfine das ganze Jahr ueber. Jetzt im Sommer sind es sogar an die 100 Delfine, aber die unabhaengigen Weibchen und Maennchen verlassen in den kaelteren Monaten die Bucht, weil weniger Fisch in der Bucht ist. In unserer Kartei gibt es ueber 200 identifizierte Delfine, wovon ich aber nur die wenigsten kenne. Sechs Delfine besuchen uns fast taeglich, und das sind ...
Tangles, die Tapfere:
Tangles hat ein trauriges Schicksal hinter sich. 2001 wurde sie boes von einem Hai attakiert und die Wunden sind noch heute sichtbar. 2002 hat sich ein altes Fischernetz, was ruecksichtslos ins Meer geworfen wurde um ihre Rueckenflosse gewickelt (Englisch: tangled). Volunteers des DDC's haben versucht das Netz zu entfernen, jedoch ohne Erfolg. Bei dem Versuch hat sich das Netz immer weiter um die Flosse des panischen Tieres gewickelt. Das Team hat dann beschlossen das Netz so gut es ging abzutrennen, so dass sie weniger Gewicht mit sich rumtraegt. Nach einigen Wochen hat dann das Netz ihre Rueckenflosse durchtrennt. Waehrend dieser Zeit hat sie weiter ihr Kalb Squeeky gesaeugt, das beim Versuch das Netz von ihrer Mutter zu entfernen ununterbrochen gequiekt hat (English: squeek) und daher ihren Namen hat.
Tangles kommt seit 2002 regelmaessig in die Interaction Zone und besuchte uns insgesamt schon ueber 200mal. Anfaenglich waren ihre Besuche nur von sehr kurzer Dauer und war man nicht in der ersten Minute im Wasser schwamm sie auch schon wieder fort. Ihre Ungeduld hat sich aber gelegt. Mittlerweile bleibt sie bis zu einer halben Stunde bei uns. Im Schlepptau immer dabei ist Turbo, ihr jetziges Junges.
Turbo, der Rabauke:
Turbo wurde im Maerz 2005 geboren und kommt immer oefter mit seiner Mutter Tangles in die Bucht. Seinen Namen bekam er zurecht, weil er unheimlich schnell durch Wasser saust. Er wurde zuerst auf einer Bootstour entdeckt. Die Leute auf der rechten Seite riefen, "da ist ein Baby", und die Leute auf der linken Seite riefen fast zeitgleich, "Schaut ein Baby." Es war natuerlich beides Turbo der es liebt unter Booten durchzusausen. Sein Geschlecht ist noch ungewiss, aber ich nehme mal an, das er maennlich ist. Weibchen bleiben zwischen fuenf und sieben Jahren bei der Mutter. Maennchen dagegen werden meist schon mit drei Jahren unabhaengig. Und Turbo ist kurz davor fluegge zu werden. Als ich Turbo das erste Mal in der Zone sah, hat seine Mama einmal nicht aufgepasst und schon war der kleine Turbo mit seinen neun Monaten ausgebuechst. Shanty und Nicky haben den Ausreiser dann nach zehn Minuten zurueck zu seiner Mama gebracht. Schoen ist auch zu sehen, wenn er Levy zum Spielen auffordert. Er wirft sich dann auf ihren Ruecken und rutscht runter. Ich konnte Turbo schon bei so manchen Kunststuecken beobachten und auch wie ihn seine Mutter gesaeugt hat. Einfach niedlich. Laut Statistik war Turbo nur neunmal mit seiner Mama in der Zone, was vorallem an den kalten Monaten lang. 2006 hat er diesen Rekord aber schon gebrochen. Er besucht uns mindestens einmal in der Woche mit seiner Mama.
Nicky, die Erfahrene:
Oben an ihrer Rueckenflosse ist ein kleine Kerbe (Englisch: Nick), was ihr den Namen gab. Bevor man aber wusste, das sie ein Weibchen ist, nannte man sie little Nick.
Sie ist einer der Ranghoechsten, wahrscheinlich eine der aelteren Damen und kann es nicht leiden, wenn andere Delfine Fische bekommen. Wir haben die Lisenz den Delfinen bis zu 500g zu fuettern, fuettern aber nie mehr als 350g. Dabei bekommen die Delfine bis zu 250g beim ersten Besuch und noch einen Fisch beim zweiten. Ab den dritten Besuch gibt es gar nichts mehr. Fuer die Delfine ist es nur ein kleiner Snack, denn sie brauchen zwischen 8-14kg pro Tag. Okay Nicky braucht vielleicht mehr, denn sie ist mindestens fuer zwei. Nicky kennt diese Rituale genau. Sie ist eine der ersten die vorbei kommt, verlaesst dann kurz die Zone und wartet bis alle aus dem Wasser sind und schwimmt dann wieder rein. Klappt der Trick nicht, mobilisiert sie andere Delfine in die Zone zu schwimmen und versucht dann deren Fisch zu ergattern. 2004 hat sie ihr sieben Monate altes Kalb Storm verloren. Um so erfreulicher ist es allerdings sie in diesem Sommer hochschwanger zu sehen. Wenn ihr Kalb erst einmal geboren ist, bekommt sie fuer sechs Monate erst einmal keinen Fisch von uns. Mal sehen, wie sie darauf reagiert.
Seit Februar haben wir die Oeffungszeiten auf 8 Uhr verschoben und gehen auch nicht vorher ins Wasser. Nicky kam 7.50Uhr. Einige Besucher hatten ihren Weg an den Strand gemacht und Nicky schwamm in die Zone. Sie kennt die Regeln genau und weiss, dass wir den Besuchern erst einmal die Regeln erklaeren, bis alle ins Wasser duerfen und sich in einer Reihe aufstellen. Sie wartete, schwam ruhig hin und her und wurde dann ungeduldig. Sie schaute ueber die Wasseroberflaeche und drehte ihren Kopf nach links und rechts, als wuerde sie fragten, wer kommt nun als erstes zu mir. Wir blieben am Strand. Nicky schwamm noch ein paarmal auf und ab und stoppte dann erneut. Sie trieb auf der Stelle, als wuerde sie ueberlegen was sie machen soll. Sie entschied sich zu gehen. Es war 7.58 Uhr als Rob einer unserer Superviser rief, okay es ist acht Uhr, rein ins Wasser. Und in Sekundenschnelle kam Nicky zurueck geschwommen. Aber ich bin mir sicher sie hat sich Gedanken ueber unser merkwuerdiges Verhalten gemacht.
Shanty, die Liebe:
Shanty ist eine der Aeltesten, wie wir annehmen und eine gute Freundin von Nicky, da sie uns haeufig zusammen besuchen. Sie hat eine verkuerzte Rueckenflosse und ist einfach zu erkennen. Ob sie so geboren wurde, oder eine Verletzung hatte wissen wir nicht. Ihr ALter koennen wir genauso wenig ergruenden, wie Nickys, da wir sie schon als Erwachsene kennengelernt haben. Sie hat ein Junges names Osho grossgezogen, der mittlerer Weile schon acht Jahre alt ist und mit gleichaltrigen Maennchen durch die Bucht zieht. Dann im Sommer 2003/04, im Sommer 2004/05, in diesem Sommer hat sie eine Fehlgeburt gehabt. Alle Babys waren nur knapp einen halben Meter gross (Normal ist ein Meter) und wir nehmen an, das sie einfach zu alt ist. Oft tragen die Muetter ihr totes Kalb noch Tage mit sich herum bis es weggespuelt wird und sind in der Zeit sehr anfaellig fuer Feinde. In diesem Jahr hat in der Nacht nach der Geburt ein Sturm gewuetet, was das tote Kalb schnell von Shanty getrennt worden sein muss. Schon am naechsten Tag kam sie uns naemlich wieder in der Zone besuchen. Sie ist immer sehr entspannt und kann auch in Horden von Menschen schlafen. Dabei schlafen sie aber nicht wirklich, sondern doesen nur einige Sekunden lang. Ihr Atemloch ist dabei ueber der Wasseroberflaeche und eine Gehirnhaelfte ist immer noch aktiv, weil ein Delfin sich immer daran erinnern muss zu atmen. Wuerde er schlafen wie wir, sinkt er auf den Meeresboden und wuerde ertrinken. Ausserdem muessen sie aufmerksam gegenueber Feinden sein. Shanty ist ein treuer Gast seit 1990. Okay in den ersten neun Jahren, kam sie insgesamt nur neunmal vorbei aber seit Osho selbststaendiger wurde ist sie kein seltener Gast mehr. Einschliesslich dieses Jahres kam sie uns an die 600mal besuchen. Osho ist einer der wenigen maennlichen Delfine, die uns besuchen. Seit seiner Geburt 1998 kam er durchschnittlich 20mal im Jahr vorbei.
Jet, die Zutrauliche:
Jet ist eine der zutraulichsten Delfine und schwimmt Zentimeter dicht an einem vorbei. Zumindest war es so, bis sie ihr Junges hatte. Das Kalb ist am 6. Februar geboren und Jet hat es uns am 8. Februar als stolze Mutter vorgefuehrt. Zwischen ihr und den Besuchern schwimmt nun das Kalb. Schliesslich will die Kleine auch was sehen. Sind sie einige Meter von den Besuchern entfernt fuehrt das kleine Spruenge vor, zur Begeisterung aller Anwesenden. Namensvorschlaege fuer das Kleine sind Jumpy, Spripy, Speedy, Jetty, Pilot. Einen offiziellen Namen bekommt es aber erst, wenn es zwei Monate alt ist. Vor Jahren hatte Jet schon einmal ein Kalb und beide wurden von einem schnellen Jetski Fahrer verletzt und tragen noch heute Markierungen mit sich herum. Daher hat sie ihren Namen und ihr damaliges Kalb heisst uebrigens Ski, wie auch sonst. 2004 bekam sie ein Kalb namens Stream, dass aber nach sieben Monaten spurlos verschwundet. Jet schwimmt oft im Hafen zwischen den Booten herum in der Hoffnung auf Fisch. Sie wird oft bei kleinen Fischerbooten in der Bucht gesehen und lehrt ihren Kleinen somit das Betteln. Vielleicht ist Stream von einem der Boote verletzt worden und ich hoffe, dass es dem jetzigem Kalb nicht genauso ergeht. Jet ist einfach zu zutraulich und nicht vorsichtig genug.
Ende 2003 kam Jet das erste mal in die Zone. Und fand sofort gefallen an den Menschen. 2004 besuchte sie uns insgesamt 222mal und 2005 immerhin noch 119mal.
Levy, die Verspielte:
Levy wurde von ihrer Mutter Thin Fin in die Zone gebracht als sie drei Tage alt war und kommt seither mehrmals in der Woche. Beide haben eine Rueckenflosse die leicht zur Seite kippt. Mittlerweile ist Levy elf Jahre alt und koennte selbst Mutter sein, aber im Moment sieht sie nicht schwanger aus. Ausserdem ist sie fuer ihr Alter noch ein wenig klein und sehr verspielt. Sie albert gerne mit klein Turbo herum und schwimmt vergnuegt hinter Jet und ihrem Baby hinterher. Sie liebt Babys und ist der perfekte Babysitter, aber nicht nur, weil sie verspielt ist, sondern auch weil sie sich nur vorsichtig an Besucher rantraut. In letzter Zeit kommt sie immer oefter, manchmal sogar dreimal am Tag und bleibt immer seltener unter einer Stunde. Aber obwohl sie ihr Leben lang an Besucher gewoehnt ist, ist sie sehr scheu und haelt mehr Abstand als andere. Dichter als einen Meter ist fuer Levy etwas besonders, waehrend Nicky, Jet und Shanty teilweise Zentimeter dicht an einem vorbei schwimmen. Dafuer spielt Levy aber auch gerne mit uns auf ihre Art und Weise. Sie schwimmt z.B. auf Besucher zu, die mit einem Volunteer zum Schnorcheln etwas weiter ins Wasser gehen, und sobald alle den Kopf unter Wasser haben macht sie eine Kehrtwendung. Oder sie verlaesst scheinbar die Interaction Zone, wartet, bis alle am Strand sind, schwimmt dann heimlich wieder naeher und taucht wieder auf. Sie liebt diesen Schnabernack.
Andere Besucher heissen Big Nick, Cracker, Fence, Star, die aber bisher nur ein oder zweimal vorbei kamen, seit ich da war. Die Delfine, die ich oben beschrieben habe, koennen uebrigens auch adoptiert werden. Die 50$ die man im Jahr zahlt gehen dann in die Forschungkasse. Ich wuerde gerne alle fuenf Delfine adoptieren, da ich dann auch in Deutschland Vierteljaehrlich Newsletter erhalte und immer weiss, wie es meinen Delfinen in der Ferne ergeht. Samt Portogebuehr wuerde mich das umgerechnet etwa 150 Euro im Jahr kosten. Waer daran interessiert ist kann ja mal auf die Webseite schauen: Dolphin Discovery Centre
In der Koombana Bay leben etwa 60 Delfine das ganze Jahr ueber. Jetzt im Sommer sind es sogar an die 100 Delfine, aber die unabhaengigen Weibchen und Maennchen verlassen in den kaelteren Monaten die Bucht, weil weniger Fisch in der Bucht ist. In unserer Kartei gibt es ueber 200 identifizierte Delfine, wovon ich aber nur die wenigsten kenne. Sechs Delfine besuchen uns fast taeglich, und das sind ...
Tangles, die Tapfere:
Tangles hat ein trauriges Schicksal hinter sich. 2001 wurde sie boes von einem Hai attakiert und die Wunden sind noch heute sichtbar. 2002 hat sich ein altes Fischernetz, was ruecksichtslos ins Meer geworfen wurde um ihre Rueckenflosse gewickelt (Englisch: tangled). Volunteers des DDC's haben versucht das Netz zu entfernen, jedoch ohne Erfolg. Bei dem Versuch hat sich das Netz immer weiter um die Flosse des panischen Tieres gewickelt. Das Team hat dann beschlossen das Netz so gut es ging abzutrennen, so dass sie weniger Gewicht mit sich rumtraegt. Nach einigen Wochen hat dann das Netz ihre Rueckenflosse durchtrennt. Waehrend dieser Zeit hat sie weiter ihr Kalb Squeeky gesaeugt, das beim Versuch das Netz von ihrer Mutter zu entfernen ununterbrochen gequiekt hat (English: squeek) und daher ihren Namen hat.
Tangles kommt seit 2002 regelmaessig in die Interaction Zone und besuchte uns insgesamt schon ueber 200mal. Anfaenglich waren ihre Besuche nur von sehr kurzer Dauer und war man nicht in der ersten Minute im Wasser schwamm sie auch schon wieder fort. Ihre Ungeduld hat sich aber gelegt. Mittlerweile bleibt sie bis zu einer halben Stunde bei uns. Im Schlepptau immer dabei ist Turbo, ihr jetziges Junges.
Turbo, der Rabauke:
Turbo wurde im Maerz 2005 geboren und kommt immer oefter mit seiner Mutter Tangles in die Bucht. Seinen Namen bekam er zurecht, weil er unheimlich schnell durch Wasser saust. Er wurde zuerst auf einer Bootstour entdeckt. Die Leute auf der rechten Seite riefen, "da ist ein Baby", und die Leute auf der linken Seite riefen fast zeitgleich, "Schaut ein Baby." Es war natuerlich beides Turbo der es liebt unter Booten durchzusausen. Sein Geschlecht ist noch ungewiss, aber ich nehme mal an, das er maennlich ist. Weibchen bleiben zwischen fuenf und sieben Jahren bei der Mutter. Maennchen dagegen werden meist schon mit drei Jahren unabhaengig. Und Turbo ist kurz davor fluegge zu werden. Als ich Turbo das erste Mal in der Zone sah, hat seine Mama einmal nicht aufgepasst und schon war der kleine Turbo mit seinen neun Monaten ausgebuechst. Shanty und Nicky haben den Ausreiser dann nach zehn Minuten zurueck zu seiner Mama gebracht. Schoen ist auch zu sehen, wenn er Levy zum Spielen auffordert. Er wirft sich dann auf ihren Ruecken und rutscht runter. Ich konnte Turbo schon bei so manchen Kunststuecken beobachten und auch wie ihn seine Mutter gesaeugt hat. Einfach niedlich. Laut Statistik war Turbo nur neunmal mit seiner Mama in der Zone, was vorallem an den kalten Monaten lang. 2006 hat er diesen Rekord aber schon gebrochen. Er besucht uns mindestens einmal in der Woche mit seiner Mama.
Nicky, die Erfahrene:
Oben an ihrer Rueckenflosse ist ein kleine Kerbe (Englisch: Nick), was ihr den Namen gab. Bevor man aber wusste, das sie ein Weibchen ist, nannte man sie little Nick.
Sie ist einer der Ranghoechsten, wahrscheinlich eine der aelteren Damen und kann es nicht leiden, wenn andere Delfine Fische bekommen. Wir haben die Lisenz den Delfinen bis zu 500g zu fuettern, fuettern aber nie mehr als 350g. Dabei bekommen die Delfine bis zu 250g beim ersten Besuch und noch einen Fisch beim zweiten. Ab den dritten Besuch gibt es gar nichts mehr. Fuer die Delfine ist es nur ein kleiner Snack, denn sie brauchen zwischen 8-14kg pro Tag. Okay Nicky braucht vielleicht mehr, denn sie ist mindestens fuer zwei. Nicky kennt diese Rituale genau. Sie ist eine der ersten die vorbei kommt, verlaesst dann kurz die Zone und wartet bis alle aus dem Wasser sind und schwimmt dann wieder rein. Klappt der Trick nicht, mobilisiert sie andere Delfine in die Zone zu schwimmen und versucht dann deren Fisch zu ergattern. 2004 hat sie ihr sieben Monate altes Kalb Storm verloren. Um so erfreulicher ist es allerdings sie in diesem Sommer hochschwanger zu sehen. Wenn ihr Kalb erst einmal geboren ist, bekommt sie fuer sechs Monate erst einmal keinen Fisch von uns. Mal sehen, wie sie darauf reagiert.
Seit Februar haben wir die Oeffungszeiten auf 8 Uhr verschoben und gehen auch nicht vorher ins Wasser. Nicky kam 7.50Uhr. Einige Besucher hatten ihren Weg an den Strand gemacht und Nicky schwamm in die Zone. Sie kennt die Regeln genau und weiss, dass wir den Besuchern erst einmal die Regeln erklaeren, bis alle ins Wasser duerfen und sich in einer Reihe aufstellen. Sie wartete, schwam ruhig hin und her und wurde dann ungeduldig. Sie schaute ueber die Wasseroberflaeche und drehte ihren Kopf nach links und rechts, als wuerde sie fragten, wer kommt nun als erstes zu mir. Wir blieben am Strand. Nicky schwamm noch ein paarmal auf und ab und stoppte dann erneut. Sie trieb auf der Stelle, als wuerde sie ueberlegen was sie machen soll. Sie entschied sich zu gehen. Es war 7.58 Uhr als Rob einer unserer Superviser rief, okay es ist acht Uhr, rein ins Wasser. Und in Sekundenschnelle kam Nicky zurueck geschwommen. Aber ich bin mir sicher sie hat sich Gedanken ueber unser merkwuerdiges Verhalten gemacht.
Shanty, die Liebe:
Shanty ist eine der Aeltesten, wie wir annehmen und eine gute Freundin von Nicky, da sie uns haeufig zusammen besuchen. Sie hat eine verkuerzte Rueckenflosse und ist einfach zu erkennen. Ob sie so geboren wurde, oder eine Verletzung hatte wissen wir nicht. Ihr ALter koennen wir genauso wenig ergruenden, wie Nickys, da wir sie schon als Erwachsene kennengelernt haben. Sie hat ein Junges names Osho grossgezogen, der mittlerer Weile schon acht Jahre alt ist und mit gleichaltrigen Maennchen durch die Bucht zieht. Dann im Sommer 2003/04, im Sommer 2004/05, in diesem Sommer hat sie eine Fehlgeburt gehabt. Alle Babys waren nur knapp einen halben Meter gross (Normal ist ein Meter) und wir nehmen an, das sie einfach zu alt ist. Oft tragen die Muetter ihr totes Kalb noch Tage mit sich herum bis es weggespuelt wird und sind in der Zeit sehr anfaellig fuer Feinde. In diesem Jahr hat in der Nacht nach der Geburt ein Sturm gewuetet, was das tote Kalb schnell von Shanty getrennt worden sein muss. Schon am naechsten Tag kam sie uns naemlich wieder in der Zone besuchen. Sie ist immer sehr entspannt und kann auch in Horden von Menschen schlafen. Dabei schlafen sie aber nicht wirklich, sondern doesen nur einige Sekunden lang. Ihr Atemloch ist dabei ueber der Wasseroberflaeche und eine Gehirnhaelfte ist immer noch aktiv, weil ein Delfin sich immer daran erinnern muss zu atmen. Wuerde er schlafen wie wir, sinkt er auf den Meeresboden und wuerde ertrinken. Ausserdem muessen sie aufmerksam gegenueber Feinden sein. Shanty ist ein treuer Gast seit 1990. Okay in den ersten neun Jahren, kam sie insgesamt nur neunmal vorbei aber seit Osho selbststaendiger wurde ist sie kein seltener Gast mehr. Einschliesslich dieses Jahres kam sie uns an die 600mal besuchen. Osho ist einer der wenigen maennlichen Delfine, die uns besuchen. Seit seiner Geburt 1998 kam er durchschnittlich 20mal im Jahr vorbei.
Jet, die Zutrauliche:
Jet ist eine der zutraulichsten Delfine und schwimmt Zentimeter dicht an einem vorbei. Zumindest war es so, bis sie ihr Junges hatte. Das Kalb ist am 6. Februar geboren und Jet hat es uns am 8. Februar als stolze Mutter vorgefuehrt. Zwischen ihr und den Besuchern schwimmt nun das Kalb. Schliesslich will die Kleine auch was sehen. Sind sie einige Meter von den Besuchern entfernt fuehrt das kleine Spruenge vor, zur Begeisterung aller Anwesenden. Namensvorschlaege fuer das Kleine sind Jumpy, Spripy, Speedy, Jetty, Pilot. Einen offiziellen Namen bekommt es aber erst, wenn es zwei Monate alt ist. Vor Jahren hatte Jet schon einmal ein Kalb und beide wurden von einem schnellen Jetski Fahrer verletzt und tragen noch heute Markierungen mit sich herum. Daher hat sie ihren Namen und ihr damaliges Kalb heisst uebrigens Ski, wie auch sonst. 2004 bekam sie ein Kalb namens Stream, dass aber nach sieben Monaten spurlos verschwundet. Jet schwimmt oft im Hafen zwischen den Booten herum in der Hoffnung auf Fisch. Sie wird oft bei kleinen Fischerbooten in der Bucht gesehen und lehrt ihren Kleinen somit das Betteln. Vielleicht ist Stream von einem der Boote verletzt worden und ich hoffe, dass es dem jetzigem Kalb nicht genauso ergeht. Jet ist einfach zu zutraulich und nicht vorsichtig genug.
Ende 2003 kam Jet das erste mal in die Zone. Und fand sofort gefallen an den Menschen. 2004 besuchte sie uns insgesamt 222mal und 2005 immerhin noch 119mal.
Levy, die Verspielte:
Levy wurde von ihrer Mutter Thin Fin in die Zone gebracht als sie drei Tage alt war und kommt seither mehrmals in der Woche. Beide haben eine Rueckenflosse die leicht zur Seite kippt. Mittlerweile ist Levy elf Jahre alt und koennte selbst Mutter sein, aber im Moment sieht sie nicht schwanger aus. Ausserdem ist sie fuer ihr Alter noch ein wenig klein und sehr verspielt. Sie albert gerne mit klein Turbo herum und schwimmt vergnuegt hinter Jet und ihrem Baby hinterher. Sie liebt Babys und ist der perfekte Babysitter, aber nicht nur, weil sie verspielt ist, sondern auch weil sie sich nur vorsichtig an Besucher rantraut. In letzter Zeit kommt sie immer oefter, manchmal sogar dreimal am Tag und bleibt immer seltener unter einer Stunde. Aber obwohl sie ihr Leben lang an Besucher gewoehnt ist, ist sie sehr scheu und haelt mehr Abstand als andere. Dichter als einen Meter ist fuer Levy etwas besonders, waehrend Nicky, Jet und Shanty teilweise Zentimeter dicht an einem vorbei schwimmen. Dafuer spielt Levy aber auch gerne mit uns auf ihre Art und Weise. Sie schwimmt z.B. auf Besucher zu, die mit einem Volunteer zum Schnorcheln etwas weiter ins Wasser gehen, und sobald alle den Kopf unter Wasser haben macht sie eine Kehrtwendung. Oder sie verlaesst scheinbar die Interaction Zone, wartet, bis alle am Strand sind, schwimmt dann heimlich wieder naeher und taucht wieder auf. Sie liebt diesen Schnabernack.
Andere Besucher heissen Big Nick, Cracker, Fence, Star, die aber bisher nur ein oder zweimal vorbei kamen, seit ich da war. Die Delfine, die ich oben beschrieben habe, koennen uebrigens auch adoptiert werden. Die 50$ die man im Jahr zahlt gehen dann in die Forschungkasse. Ich wuerde gerne alle fuenf Delfine adoptieren, da ich dann auch in Deutschland Vierteljaehrlich Newsletter erhalte und immer weiss, wie es meinen Delfinen in der Ferne ergeht. Samt Portogebuehr wuerde mich das umgerechnet etwa 150 Euro im Jahr kosten. Waer daran interessiert ist kann ja mal auf die Webseite schauen: Dolphin Discovery Centre
Steffibaer - 8. Mär, 19:03
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